Konzerte und Neue Musik

Beim Üben mit meiner Begleiterin seit 1993, Ellen Refstrup. Foto Sara Roland

Liederabende

Das Wichtigste meines Sängerlebens scheinen mir meine Liederabende zu sein. Man kann zwar nicht davon leben, aber sehr schwer ohne sie.

Die Arbeit mit einem vertrauten Begleiter, der intime Kontakt mit dem Publikum, die wunderbaren Melodien und Gedichte, alles passt für mich ideal.

Die Musik der deutschsprachigen Komponisten der Klassik und Romantik ist in diesem Bereich meine Hauptsache.

Die Musik von Skandinavien ist natürlich für einen dänischen Sänger ein Herzensanliegen.

Die Werke von Benjamin Britten für seinen Lebenspartner, den Tenor Peter Pears geschrieben, sind auch für meine Tenorstimme ein großes Geschenk.

Als ich in Frankreich studierte öffnete sich auch für mich die ätherische Welt der französischen Mélodie.

Durch meine viele Reisen nach Spanien und Argentinien hab ich auch viele ihrer feurigen Lieder zu meinem Repertoire zufügen können.

Ich habe auch bei Komponisten neue Lieder bestellt und uraufgeführt.

Hier Teile meines Repertoires. Ich habe zahlreiche weitere Einzellieder gesungen und stelle gerne ein Programm zusammen, das genau zu einer bestimmten Gelegenheit paßt.

Auch habe ich oft in privaten Räumlichkeiten Liederabende gegeben. Für diesen Rahmen wurden viele der Lieder original geschrieben und passen auch heutzutage hervorragend.

Franz Schubert gemalt von Wilhelm August Riedel

Franz Schubert

Meinen ersten Liederabend gab ich in 1988 in meinem ersten Studienjahr in Kopenhagen. Ich hatte mir Die schöne Müllerin von Franz Schubert ausgesucht.

Es ging erstaunlich gut, wenn meine Begleiterin auch sagte, 'in fünf Jahren wirst du staunen dass du damals dafür den Mut hattest'. Das war wohl wahr und gut dass ich es damals nicht wusste. Andererseits sagte mir mein Lehrer Ernst Haefliger einmal, "Ich meinte immer, ich müsste 50 Jahre als sein, um die Winterreise singen zu können. Ich war dumm..."

2013 können die schöne Müllerin und ich unsere Konzertpodiumssilberhochzeit feiern und ich freue mich immer wieder über die Entdeckung neuer Facetten in diesem wunderbaren Werk.

Die Musik von Franz Schubert ist wohl da wo mein romantisches Sängerherz im allerengsten Einklang schlägt. Seine wunderbaren Melodien und seine filterlose Unmittelbarkeit und der Zugang zur Gefühlswelt rührt mich immer sehr stark.

Über die Jahre habe ich die Winterreise und den Schwanengesang und zahlreiche Einzellieder von Schubert zu meinem Konzertrepertoire hinzufügen können.

 

Mit dem italienischen Komponisten Niccoló Castiglioni. Lerchenborg 1990

Zeitgenößische Musik

Ich kam 1990 durch meine Begegnung mit Louise Lerche-Lerchenborg in die Welt der zeitgenößischen Komponisten hinein. Zur Organisation des 25. Jubiläums ihres Festivals Lerchenborg Contemporary Music Days brauchte sie einen Assistenten, und ich wurde vorgeschlagen.

Ich durfte alles machen, Konzertprogramme schreiben, Noten blättern, bei Gesprächen dolmetschern, die großen Komponisten betreuen und sie bei den Proben mit den Musikern beobachten. Es wurden insgesamt vier Jahre Sommerfestival auf dem Schloß Lerchenborg, und in diesem schönen Rahmen konnten sich die kreativen Seelen frei entfalten.

Viele der Assistenten der Festivaltage waren junge Kompositionsstudenten, und dadurch kam ich auch als Sänger mit im Spiel. Diese Arbeit ist eine der bereichernsten meines Sängerlebens, und ich freue mich immer, wenn ich mich in ein neues Werk vertiefen darf, mit dem Komponisten darüber zu sprechen, für sie zu singen, und nachher einem Publikum vorzustellen.